Das Projekt

Das im § 84 SGB IX verortete Betriebliche Eingliederungsmanagement ist nach gut zehnjähriger Laufzeit in den Betrieben noch nicht so etabliert, wie es der Gesetzgeber intendiert hatte. Dieses Manko lässt sich durch verschiedene Barrieren erklären, aber auch durch noch nicht ausreichend in die Betriebspraxis eingeführte Unterstützungswege. Welche Hemmnisse in den verschiedenen Konstellationen in welcher Form wirken, ist in verschiedenen Projekten erprobt worden. Die umfangreichen Ergebnisse sind bisher aber nicht zusammengefasst und so aufgearbeitet worden, dass Steuerungsmaßnahmen gezielt eingesetzt werden könnten. Diesem Manko will das Projekt abhelfen.

Das Forschungsdesign

baustein-1

 

Das Projekt ist über einen Zeitraum von 3 Jahren angesetzt und besteht aus 3 Bausteinen. »Baustein 1 – Online-Befragung« und »Baustein 2 – Sekundärforschung« bilden die Analysephase. Mit den Ergebnissen aus diesen beiden Erhebungen starten wir in die »Praxisphase – Baustein 3« und erarbeiten im Realitätsabgleich die konkreten Handlungsoptionen mit den beteiligten Unternehmen.

Baustein 1 – Die Online-Befragung

Um zukünftig Steuerungsmaßnahmen gezielt einsetzen zu können, sollen die Einflussfaktoren auf die Betriebe im Rahmen einer Befragung ermittelt und auf die konkrete betriebliche Ausgangssituation projiziert werden können.

Die Befragung wurde am 1.8.2016 abgeschlossen.

Baustein 2 – Die Sekundärforschung

Durch einen zusätzlichen Abgleich mit den Ergebnissen bisheriger Projekte zum Thema BEM soll das aus der Befragung resultierende Ergebnis verifiziert werden.

Baustein 3 – Die Praxisphase

In einem darauf folgenden praktischen Teil wird im Projekt versucht, die gewonnenen Erkenntnisse in verschiedenen Klein- und Mittelbetrieben, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen, je nach betrieblicher Gegebenheit gezielt einzusetzen, um das BEM entweder erstmalig erfolgreich einzuführen oder im Sinne des Gesetzes im Bestand zu optimieren. Es wird in diesem Teil deutlich, ob die theoretisch ermittelte optimale Einflussnahme tatsächlich ihre gewollte Wirkung entfaltet.

Damit stehen alle drei Projektbausteine in einem direkten Zusammenhang. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, zukünftig die Entwicklung des BEM in den Betrieben – insbesondere für schwerbehinderte Menschen -passgenauer und damit effizienter steuern zu können.

Dokumentation Studie RE-BEM

Kurzpräsentation des Projekts

Baustein 1– Online Befragung

Die bundesweite und branchenübergreifende Online-Befragung wird durch das Institut für Personalentwicklung und Coaching (ipeco) durchgeführt. Sie wird in der Zeit vom 1.2.2016 bis 31.7.2016 laufen. Die Befragung wendet sich an alle, die sich innerbetrieblich mit dem BEM befassen, also sowohl Arbeitgeber, BEM-Beauftragte  wie auch Interessenvertretungen.

Nicht erforderlich ist, dass es in Ihrem Betrieb bereits ein BEM gibt. Wir sind besonders daran interessiert, warum Sie noch kein BEM etabliert haben oder welche Hemmnisse während der Anfangsphase auftauchen.

Während der Befragung werden auch betriebliche Daten abgefragt. Es wäre schön, wenn folgende Daten vorab geklärt werden können:

  • Betriebsgröße
  • Anzahl der BEM-Fälle im vergangenen Jahr
  • Anzahl abgeschlossener BEM-Fälle im vergangenen Jahr
  • Mit welchen Institutionen wurde im Rahmen der Bearbeitung der BEM-Fälle zusammen gearbeitet

Sollten Ihnen diese Daten nicht vorliegen, können Sie aber trotzdem an der Befragung teilnehmen. Die Fragen können übersprungen werden und Ihre Antworten gehen mit den entsprechenden Lücken in die Auswertung ein.

Datenschutz:

Wir sichern Ihnen zu, dass Ihre Informationen anonymisiert und ausschließlich für die Auswertung genutzt werden. Sollten Sie hierzu Nachfragen haben, wenden Sie sich gern an uns unter: prh@ipeco.de oder christine.zumbeck@dgb-bildungswerk.de

Zur Befragung geht es hier: bem.zensus.de (Die Befragung wurde am 1.8.2016 abgeschlossen.)

Baustein 2: Sekundärforschung

Eine Reihe von sehr unterschiedlich angelegten  Studien hat sich in den vergangenen Jahren bereits mit dem Thema BEM auseinander gesetzt. Es gibt z.B. eine Befragung aus den ersten Jahren nach der Gesetzesnovelle, verschiedene Lösungsansätze für die Errichtung eines BEM in den Betrieben, eine Studie, die sich insbesondere der Problematik der Klein- und Mittelbetriebe widmet oder auch eine Vergleichsstudie zwischen Deutschland und Österreich.

Alle diese Studien sind geeignet, jeweils aus ihrer Warte Hinweise auf Hemmnisse und Unterstützungsinstrumente zu liefern. Die unterschiedlichen Hinweise werden in diesem Projekt auf wissenschaftlicher Basis im Rahmen einer Vergleichsstudie ausgewertet. Am Ende der Auswertung werden wir sagen können, welche Erfahrungen sich aus einzelnen Branchen und Betrieben, aus unterschiedlichen Betriebsgrößen an markanten Stellen verallgemeinern lassen. Wo also Schnittstellen  liegen und wo sie gegebenenfalls auseinander fallen.

Das Projekt bezieht folgende Projektergebnisse in die Vergleichsstudie ein:

Literaturliste für Vergleichsstudie

Durch die Zusammenführung der Ergebnisse der Befragung und  der Vergleichsstudie entsteht ein aktueller Überblick auf unser Forschungsinteresse. Auf diese Weise gewinnen wir ein zuverlässiges Bild, warum es in einigen Betrieben hakt und in anderen gut läuft.

Baustein 3: Die Praxisphase

Wir wollen nicht in der Theorie verharren, sondern die festgestellten Wirkungsmechanismen auch tatsächlich in möglichst unterschiedlichen (Klein-)Betrieben aus dem gesamten Bundesgebiet ausprobieren.  Dafür werden in den gewonnenen Projektbetrieben zunächst die Ausgangsdaten erhoben. Gemeinsam wollen wir die möglichen Stellschrauben erörtern und während einer begleiteten Phase die vereinbarten Veränderungen mithilfe eines standardisierten Verfahrens einleiten. Als Grundlage werden wir den „Handlungsleitfaden für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement“ verwenden, der die 10 Schritte zum Ziel in anschaulicher Weise beschreibt.

Wir erwarten, dass sich innerhalb dieses Prozesses die BEM-Situation in den Projektbetrieben für alle Beteiligten in der effektivsten Form verbessert und der Grundstock für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement gelegt werden kann.

Der Nutzen für die teilnehmenden Betriebe

Es gibt noch freie Plätze für die Praxisphase. Betriebe, die sich vorgenommen haben, im nächsten Jahr an ihrem BEM zu arbeiten, haben jetzt die Chance, mit uns ein passgenaues Zukunftskonzept zu entwickeln.
Sie werden auf Ihrem Weg intensiv und hochprofessionell von BEM-Experten beraten und unterstützt – und selbstverständlich alles kostenfrei. Der Haken bei der Sache? Es gibt keinen!

Der Vorteil für das Team RE-BEM

Wir haben in der Zusammenarbeit mit den ausgewählten Betrieben die Möglichkeit, die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam zu erörtern und die richtigen Instrumente einzusetzen. Hieraus eröffnet sich für uns eine Chance, die Studienergebnisse mit praktischen Erfahrungen zu bereichern.

Hier können Sie mit uns Kontakt aufnehmen:  – Kontaktformular